Die Geschichte der CDU

Die Christlich Demokratische Union wurde nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet. Nach 1945 bildeten sich zuerst auf Landesebene christlich-demokratisch gesinnte Gruppen, die sich 1950 auf dem Parteitag in Goslar zur Bundespartei zusammenschlossen. Zum ersten Vorsitzenden wurde Konrad Adenauer gewählt; er hatte dieses Amt 16 Jahre inne und prägte das Erscheinungsbild der CDU nach innen und in der Öffentlichkeit entscheidend.

Obwohl der Gedanke der Gründung einer christlichen Partei unter anderem auf den politischen Katholizismus des 19. Jahrhunderts und die Zentrumspartei der Weimarer Republik zurückgeht, war es von Anfang an Ziel der neuen Partei CDU, über konfessionelle Grenzen, soziale Schichten und landsmannschaftliche Interessen hinweg Brücken zu bauen.

Aus den ersten Wahlen zum Deutschen Bundestag in der 1949 gegründeten Bundesrepublik Deutschland ging die CDU als stärkste Fraktion hervor und stellte mit Konrad Adenauer auch den ersten Bundeskanzler. Obwohl zu diesem Zeitpunkt bereits 73 Jahre alt, sollte er dieses Amt bis 1963 - teils in Koalition, teils mit absoluter CDU-Mehrheit - bis 1963 ausüben.

Außenpolitisch schaffte er die Westintegration der Bundesrepublik, innenpolitisch vor allem den Wiederaufbau unter dem Erhardschen Konzept der sozialen Marktwirtschaft. Mit dieser Politik gelang es Adenauer, die verschiedenen Interessen der einzelnen sozialen und wirtschaftlichen Gruppen in der CDU zu einen. Auf lokaler und Landesebene bildeten sich mehr und mehr eigenständige aktive Verbände.

Ludwig Erhard trat 1963 Adenauers Nachfolge als Bundeskanzler an. Während der Amtszeit des "Vaters der sozialen Marktwirtschaft" erlebte die deutsche Wirtschaft zum ersten Mal seit Gründung der Bundesrepublik eine Krise.

In der Folge kam es in der Koalition von CDU und FDP zu Unstimmigkeiten über den Etat und schließlich zum Bruch. 1966 bildete die CDU dann eine große Koalition mit der SPD, in der sie mit Kurt-Georg Kiesinger auch den dritten Kanzler der Bundesrepublik Deutschland stellte.

Nachdem die CDU 1969 das Regierungsamt und 1972 ihre Stellung als stärkste Partei verloren hatte, kam es – nun in der Opposition – zu einer Erneuerung und Modernisierung. Motor war seit 1973 vor allem der neue Parteivorsitzende Helmut Kohl.

Die Mitgliederzahl stieg von ca. 300.000 Ende der 1960er Jahre auf 734.555 im Jahr 1983. Die Organisation der Partei wurde ausgebaut und verbessert; 1978 verabschiedete die CDU ihr erstes Grundsatzprogramm.

Nachdem die FDP 1982 die Regierungskoalition mit der SPD aufgekündigt hatte, wurde Helmut Kohl zum neuen Bundeskanzler gewählt. Nach der Auflösung des Bundestages erreichte die CDU/CSU bei den anschließenden Neuwahlen 1983 48,8% der Stimmen. Der neu gewählte Bundestag bestätigte Helmut Kohl als Bundeskanzler. Dieses Amt sowie den Parteivorsitz hatte er bis 1998 inne.

Auf dem Parteitag in Hamburg im Oktober 1990 vereinigten sich die CDU-Landesverbände der ehemaligen DDR und der Bundesrepublik zu einer gesamtdeutschen Partei.

Denn auch in der sowjetisch besetzten Zone hatten sich nach Kriegsende eine Christlich Demokratische Union gegründet. Mitbegründer und 1. Vorsitzender wurde Jakob Kaiser. Das SED-Regime teilte jedoch nicht dessen Demokratieverständnis, so dass Jakob Kaiser nach Repressalien gegen seine Person in den Westen flüchtete. Dort wurde er später Bundesminister unter Bundeskanzler Konrad Adenauer.

Die CDU bestand in der DDR als eine der so genannten „Blockparteien“ weiter. Verfolgung der Gründer und Gleichschaltung mit der SED verhinderte, dass sie sich als wahre und eigenständige politische Kraft entfalten konnte. Dennoch sahen sich viele Mitglieder in den Ortsverbänden in einer Nische, die auf der Grundlage christlicher Werte basierte.

Erst im Herbst 1989, nachdem sich die Ost-CDU von einem Großteil ihrer alten Führungsriege getrennt hatte, fand ein parteiinterner demokratischer Umbau statt. Der letzte Parteivorsitzende hieß Lothar de Maizière, der auf dem Hamburger Vereinigungsparteitag zum stellvertretenden Vorsitzenden der nun gesamtdeutschen CDU gewählt wurde.

Bei der Bundestagswahl 1998 verlor die Koalition aus CDU und FDP die Mehrheit. Helmut Kohl trat daraufhin vom Parteivorsitz zurück, Wolfgang Schäuble wurde zu seinem Nachfolger gewählt.

Nachdem jedoch Ende 1999 der Spendenskandal um Altkanzler Kohl publik wurde, wurde die seit 1998 amtierende Generalsekretärin Angela Merkel im Jahr 2000 als erste Frau in der Geschichte der Partei zur Vorsitzenden gewählt und löste damit Wolfgang Schäuble ab.

Die CDU kann seither wieder eine Serie von Erfolgen bei Landtagswahlen verbuchen: Und als krönender Höhepunkt darf wohl die Wahl Angela Merkels zur Bundeskanzlerin im Jahr 2005 bezeichnet werden.

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