Mölkau

tl_files/Wahlkreis/moelkau.jpgStadtbezirk: Ost

Der am 1. Januar 1999 eingemeindete Ortsteil Mölkau liegt im Osten von Leipzig und umfasst die Gemarkungen Mölkau und Zweinaundorf.

Mölkau grenzt im Nord-Westen an Sellerhausen-Stünz, im Westen an den Ortsteil Anger-Crottendorf, im Norden an Paunsdorf und Engelsdorf, im Osten an Baalsdorf und im Süden an Holzhausen und Stötteritz.

Seine landschaftliche Prägung erhält das an der Rietzschke gelegene Mölkau von der im Osten Leipzigs typischen flachwelligen Ebene, die sich zwischen Parthe und Pleiße bis hin zu den Brandis-Naunhofer Wäldern erstreckt.

Geschichte

Die urkundliche Ersterwähnung des Ortes Mölkau erfolgte im Jahr 1324, nachdem Markgraf Friedrich zu Meißen "drei Hufen Land" dem Thomaskloster zu Leipzig als Geschenk übergab. Mölkau, welches damals als sorbisches Dorf "Mylkowe" bekannt war, ist schon immer eng mit der südöstlich gelegenen Ortschaft Zweinaundorf verbunden.

Im Jahr 1335 werden die beiden Dörfer Kellners Nuendorf und Gottschalges Nuendorf erstmals urkundlich erwähnt. 1607 wird aus dem Ober- (Gottschalges) und dem Nieder- (Kellners) Nauendorf die Bezeichnung Zwei Navendorf bzw. Zwey Nauendorf. Die Orte waren durch die Landwirtschaft geprägt, wesentlichen Einfluss darauf hatte das Rittergut in Niedernauendorf.

Die Orte Mölkau und Zweinaundorf werden am 1. April 1934 zusammengeschlossen und tragen seitdem den erstgenannten Ortsnamen gemeinsam. Der Volksmund kennt aber heute noch die Trennung, nämlich "Mölge" und "Zwerrns".

Auch das alte Mölkau zeichnete sich durch eine stark ausgeprägte landwirtschaftliche Nutzung aus. Dies bezeugt der historische Ortskern "Dorfplatz", welcher mit 10 Bauernhöfen als frühdeutsches Runddorf angelegt ist.

Im Mittelalter wurden beide Dörfer von der Pest heimgesucht, welche ausgesprochen viele Opfer forderte. Zudem mussten die Ortschaften als Austragungsort der Völkerschlacht dienen, was Mölkau und Zweinaundorf sehr in Mitleidenschaft zog. Als Denkmal der Kampfhandlungen zeugt der Apelstein Nr. 39 auf dem alten Mölkauer Friedhof.

Ende des 19. Jahrhunderts siedelten sich zunehmend Industriebetriebe in Mölkau an, was durch den Bau der Eisenbahnstrecke Leipzig-Chemnitz und zu klein gewordene Firmensitze in Leipzig begünstigt wurde. Mölkau erhielt neben dem Bau von mehrstöckigen Wohnhäusern, welche zum Großteil für Industriearbeiter vorgesehen waren, den Rang einer stadtähnlichen Gemeinde.

In der ersten Hälfte des 20. Jh. wurden Siedlungshäuser errichtet, so auch in Zweinaundorf. Nur ein Industriebetrieb kann hier Fuß fassen, der aber bald durch die Weltwirtschaftskrise ins Aus gerät. Für die Leipziger Bürger wird Zweinaundorf zum interessanten Wohnort im Grünen. Besonders östlich der Eisenbahnlinie werden in den 20er Jahren Einfamilienhäuser gebaut, wie auch in den 30er Jahren westlich dieser Linie.

In Mölkau werden Ende der 20er Jahre und in den 30er Jahren Siedlungen sowie mehrstöckige Reihenhäuser errichtet, die Bautätigkeit kommt aber während des II. Weltkrieges völlig zum Erliegen. Ab 1993 konnten zwei Gewerbegebiete erschlossen werden in denen zahlreiche, vor allem ortsansässige Gewerbetreibende ihre Unternehmen aufbauten.

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