Reudnitz-Thonberg
Stadtbezirk: Südost
Der südöstlich des Stadtzentrums liegende Ortsteil Reudnitz-Thonberg entstand durch die kommunale Neugliederung der Stadt Leipzig im Jahr 1992 und gehört somit zum Stadtbezirk Südost. Im Wesentlichen wird er von der Dresdner Straße, dem Gerichtsweg sowie der Prager Straße begrenzt. Die Einwohnerzahl beläuft sich auf circa 16.555 Bürgern.
Im Einzelnen betrachtet unterlagen beide Gemeinden in der Vergangenheit fortwährenden Veränderungen in der Sozialstruktur. So etwa trugen städtebauliche Maßnahmen wie die Neugestaltung des Lene-Voigt Parks auf dem Gelände des alten Eilenburger Bahnhofs und zahlreiche Altbausanierungen zu einem völlig neuen Gesamtbild dieses Stadtteils bei.
Geschichte der Gemeinde Reudnitz:
Die ehemalige Gemeinde Reudnitz war von 1838 bis 1888 eine selbständige Gebietskörperschaft östlich von Leipzig. Sie umfasste die Gemarkung Reudnitz mit dem alten Dorf Reudnitz. Das Dorf Reudnitz wurde vermutlich von slawischen Siedlern angelegt. 1248 wurde es erstmals urkundlich erwähnt, als Markgraf von Meißen Heinrich III. dem Benediktinerinnen-Kloster St. Georg in Leipzig dreieinhalb Hufen Land sowie den Fischteich von „Rudeniz“ zueignete. Landesherren waren die Markgrafen von Meißen und später die albertinischen, Herzöge, Kurfürsten bzw. Könige von Sachsen. Innerhalb des sächsischen Staates gehörte das Dorf Reudnitz zum Amt Leipzig. Im Jahr 1525 kaufte der Rat der Stadt Leipzig das zu den „Kohlgärten“ zählende Dorf Reudnitz, in welchem sich viele reiche Bürger der Stadt Landhäuser errichteten. So ereignete es sich, dass Napoléon Bonaparte im Oktober 1813 im Landhaus eines dort ansässigen Bankiers kurzzeitig residierte.
Im Jahr 1838 erhielt das Dorf, welches nunmehr 621 Einwohner verzeichnete, durch die Sächsische Landgemeindeordnung, das Recht zur Selbstverwaltung. Von 1873 bis 1888 gehörte die Gemeinde Reudnitz zur Amtshauptmannschaft Leipzig. Am 1. Januar 1889 wurde die Gemeinde Reudnitz, die längst mit der Ostvorstadt zusammengewachsen war, in die Stadt Leipzig eingemeindet.
Geschichte des Guts Thonberg:
Der Name Thonberg weist auf die einst hier existierenden Tongruben hin, die bereits in einer Belehnungsurkunde aus dem Jahre 1395 Erwähnung fanden. Dadurch, dass Thonberg sowohl im Schmalkaldischen Krieg als auch im Dreißigjährigen Krieg als Austragungsort der Schlachten diente, wurde die Gemeinde stark in Mitleidenschaft gezogen. Aus dieser Zeit dürfte auch der durch alte Landkarten belegte Name „Uebelessen“ stammen: Der Legende nach geht diese Bezeichnung auf den Ausruf eines Feldherrn zurück, dessen Suppenschüssel durch die Detonation einer Kanonenkugel vom Tisch geschleudert wurde und der daraufhin „Hier ist übel essen!“ ausgerufen haben soll.
Am 24. Mai 1658 zerstörte ein Großfeuer zahlreiche Gebäude, was den allmählichen Niedergang des Guts Thonberg bedeutete. Nach einigen Eigentümerwechseln erwarb die Stadt Leipzig das Gut für 19.000 Taler und verpachtete es.